Entwicklung einer Business-Intelligence-Strategie für die Carl Zeiss AG
Das Unternehmen
Die 1846 von Carl Zeiss in Jena eröffnete Werkstatt für Feinmechanik und Optik erlebte schon in den Gründerjahren den Beginn eines lang anhaltenden Wachstums. Trotz der Spaltung nach dem zweiten Weltkrieg entwickelte sich ein weltweit agierendes Optikunternehmen. Heute zählt das Unternehmen mit jährlich mehr als 2,6 Mrd. Euro Jahresumsatz und über 12.000 Mitarbeitern zu den Innovationsführern der Optischen Industrie. Das Unternehmen ist dabei auf die Zukunftsmärkte Medical Research Solutions, Industrial Solutions und Lifestyle Products ausgerichtet.
„Mit den Beratern von cundus hatten wir jeweils die richtigen Gesprächspartner für unsere kaufmännische Führung, die Anwender aus den Fachbereichen und unsere IT-Spezialisten. cundus hat uns sicher durch das Projekt geführt und umfassend beraten. Darüber hinaus half uns der Know-how-Transfer, der z.B. auch in Form von Schulungen angeboten wurde, sehr. cundus überzeugte uns durch die Verbindung von fachlicher und technologischer Kompetenz.“
Kai Anklam, Leiter BICC der Carl Zeiss AG
Die Aufgabe
Ausgehend vom Konzernbereich Finanzen und Controlling der Carl Zeiss AG entstand die Initiative, die bestehenden Business-Intelligence-Aktivitäten des Unternehmens auf den Prüfstand zu stellen und zu optimieren. Hierbei sollten alle aktuellen fachlichen und technischen Anforderungen an die BI-Landschaft aufgenommen werden. Diese dienten als Ausgangsbasis für die Entwicklung einer BI-Strategie und die Erstellung eines Pflichtenhefts zum Redesign des zentralen, auf SAP BW basierenden Data Warehouses.
Nutzen für Carl Zeiss AG
- Zukunftsorientierte Ausrichtung der BI-Landschaft
- Nutzung von Synergieeffekten innerhalb der Unternehmensbereiche
- Verbesserung der Anwenderakzeptanz
- Vereinheitlichung des Softwareportfolios
- Steigerung des Systemperformance
- Vermeidung von Insellösungen
Die Ausgangslage

- Bildquelle: Carl Zeiss Fotoarchiv.
Die bestehende Business-Intelligence-Landschaft der Carl Zeiss AG ist über viele Jahre gewachsen. Seit der Umstrukturierung des Unternehmens in selbständige Unternehmensbereiche und dem Übergang von Teilen der IT auf einen externen Dienstleister war auch die BI-Landschaft dezentral geprägt. Die Anforderungen der wirtschaftlich selbständigen Bereiche wurden zwar gut unterstützt, die Möglichkeiten der übergreifenden Zusammenarbeit traten allerdings in den Hintergrund.
Bei der Entwicklung der Business-Intelligence-Strategie sollten daher Synergien, die sich aus einer übergreifenden Betrachtung ergeben, erkannt und genutzt werden um Doppelarbeiten oder Redundanzen hierdurch zukünftig zu vermeiden. Die Unternehmensbereiche wurden daher eng in die Strategieentwicklung integriert. Als Rahmenbedingungen sollten die organisatorischen Aufteilung und die strukturellen Gegebenheiten des Unternehmens berücksichtigt werden.
Das Vorgehen
cundus setzte für die BI-Strategieentwicklung das eigene Vorgehensmodell cuBISt ein. In Workshops und Interviews wurden die fachlichen Anforderungen und Informationsbedarfe des Unternehmens strukturiert erhoben. In der folgenden Phase ermittelten die cundus Berater die für die Architektur und Systeme notwendigen Kriterien. Parallel zur fachlichen Erhebung führte cundus bei Carl Zeiss eine detaillierte technische Analyse der bestehenden BI-Systeme durch. Die Inhaltsanalyse des über Jahre gewachsenen Business Warehouses von Carl Zeiss vereinfachte das cundus-Beratungswerkzeug Metadata Explorer for SAP NetWeaver BI deutlich. Die Ergebnisse flossen in die Informationsbedarfsanalyse und die architektonische Untersuchung im Rahmen von BI-Strategie und Redesign ein. So konnten z.B. Informationen zu fast 600 Kennzahlen aus BW exportiert und inhaltlich analysiert werden.

- Bildquelle: Carl Zeiss Fotoarchiv.
Das Ergebnis
Im Rahmen der Strategieentwicklung zeigte sich deutlich, dass Carl Zeiss eine zentrale Koordinationsinstanz zur Steuerung der BI-Aktivitäten über die ganze Gruppe hinweg benötigt. Zur Lösung dieser Anforderung wurde ein Business Intelligence Competence Center (BICC) gegründet. Das BICC verfolgt die Umsetzung der entwickelten BI-Strategie und überwacht die Einhaltung der ebenfalls neu erarbeiteten BI Governance. Somit gehören das Management der fachlichen Anforderungen, die Umsetzungsplanung und -steuerung sowie das Treffen von Architekturentscheidungen zu den zentralen Aufgaben des BICC. Das Competence Center setzt sich aus Spezialisten zusammen, die Business- und IT-Prozesse gleichermaßen kennen und verstehen.
Dadurch wird sichergestellt, dass sowohl mit den Vertretern der Fachbereiche, die die Anforderungen an das System definieren, als auch mit den für die Realisierung Verantwortlichen auf Augenhöhe diskutiert werden kann. Ein weiterer Ergebnisbestandteil ist das BI-Pflichtenheft, das die Grundlage für das Redesign von SAP BW/BI bildet. Grundsätzlich wird eine moderne Enterprise Data Warehouse (EDW) Architektur definiert, die bereits zukünftige Anforderungen berücksichtigt. In der Zielarchitektur werden neben den Bordmitteln von SAP BW/BI weitere Werkzeuge von anderen Herstellern berücksichtigt. Diese Werkzeuge kommen vor allem im Frontend-Bereich zum Einsatz oder decken spezielle Anforderungen, wie die legale Konsolidierung, ab.

